Wie die Schilddrüse den Zyklus beeinflusst
Die Schilddrüse ist ein kleines Organ mit großer Wirkung. Ihre Hormone beeinflussen unter anderem den Stoffwechsel, die Herzfrequenz und den Energiehaushalt – aber auch den weiblichen Zyklus. Gerät die Schilddrüsenfunktion aus dem Gleichgewicht, kann sich das deshalb auch durch Veränderungen der Menstruation bemerkbar machen.
Schilddrüsenhormone und der weibliche Zyklus
Die Schilddrüsenhormone stehen in enger Verbindung mit anderen hormonellen Regelkreisen im Körper. Sowohl eine Überfunktion als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse kann den Zyklus beeinflussen und Auswirkungen auf den Eisprung haben.
Mögliche Veränderungen sind beispielsweise:
- unregelmäßige Menstruationszyklen
- besonders starke oder schwache Blutungen
- verlängerte oder verkürzte Zyklen
- Ausbleiben der Periode
- Veränderungen des Eisprungs
Dadurch kann eine Schilddrüsenerkrankung unter Umständen auch die Fruchtbarkeit beeinflussen.
Schilddrüsenunterfunktion: Wenn der Körper langsamer arbeitet
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) werden zu wenige Schilddrüsenhormone produziert. Typische Begleiterscheinungen können Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit oder trockene Haut sein.
Auch der Zyklus kann sich verändern. Bei einigen Frauen treten beispielsweise stärkere, häufigere oder unregelmäßige Monatsblutungen auf. Eine häufige Ursache der Schilddrüsenunterfunktion ist die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis.
Schilddrüsenüberfunktion und Menstruation
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert der Körper dagegen zu viele Schilddrüsenhormone. Neben Symptomen wie Herzrasen, Gewichtsverlust, innerer Unruhe oder verstärktem Schwitzen können sich auch Veränderungen der Menstruation zeigen.
Die Blutungen können beispielsweise schwächer werden oder seltener auftreten.
Wann sollte die Schilddrüse untersucht werden?
Nicht jede Zyklusveränderung hat automatisch mit der Schilddrüse zu tun. Stress, Gewichtsveränderungen, hormonelle Verhütung, das Alter oder andere gynäkologische Ursachen können ebenfalls eine Rolle spielen.
Treten Zyklusunregelmäßigkeiten jedoch häufiger auf oder kommen weitere Beschwerden hinzu, kann eine Untersuchung der Schilddrüsenwerte sinnvoll sein. Dafür werden unter anderem der TSH-Wert und gegebenenfalls weitere Schilddrüsenhormone im Blut bestimmt.
Zyklusveränderungen gynäkologisch abklären lassen
Ein unregelmäßiger Zyklus kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb ist eine individuelle Abklärung wichtig, insbesondere wenn Veränderungen über mehrere Monate bestehen oder zusätzlich Beschwerden auftreten.
In der Praxis für Frauenheilkunde Thomas Roßbach können Zyklusveränderungen und hormonelle Beschwerden ausführlich besprochen und mögliche Ursachen abgeklärt werden. So lässt sich herausfinden, ob beispielsweise die Schilddrüse eine Rolle spielt oder andere hormonelle beziehungsweise gynäkologische Faktoren berücksichtigt werden sollten.

